Umgang mit sehbehinderten Personen

Umgang mit sehbehinderten Personen

 

Allgemeines zu Führen und Begleiten

Sehbehinderte Personen lernen alltägliche Wege im Orientierungstraining. Es kommt selten vor, dass sie an einem total fremden Ort ohne Begleitung sind. Ist der vertraute Weg jedoch durch ein Hindernis blockiert, so sorgt dies für zusätzliche Schwierigkeiten. Sehen Sie einen sehbehinderten Mitmenschen, welcher Hilfe benötigt, so sprechen Sie ihn darauf an. Manchmal ist der Sehbehinderte für eine Standorterklärung oder eine kurze Wegbegleitung sehr dankbar. Fassen Sie bitte nie ohne Erlaubnis den weissen Langstock an und führen Sie niemals eine sehbehinderte Person ohne Erlaubnis über die Strasse.

Die sehbehinderte Person erklärt Ihnen gerne, wie sie am liebsten geführt wird. Am beliebtesten ist das Einhängen am Unterarm oder das Halten des Ellbogens.

Stolperfallen (Treppen, Trottoir, Absätze)

Der weisse Langstock zeigt für die Betroffenen jede Niveauänderung an. Benützen sie diesen nicht und lassen sich von einer anderen Person führen, so sind sie auf Hinweise betreffend Niveauänderung angewiesen. Halten Sie vor der Stolperfalle kurz an und teilen Sie den sehbehinderten mit, ob es aufwärts oder abwärts geht. Bei der Treppe ist der Hinweis auf einen Handlauf nützlich. Fragen Sie eine sehbehinderte Person, ob diese lieber die Rolltreppe oder die normale Treppe benutzen möchte.

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit Hilfe des Handrückens können die Betroffenen eine Türe zu einem öffentlichen Verkehrsmittel erfühlen. Manchmal muss dies jedoch schnell gehen und die sehbehinderte Person kommt in eine Stresssituation. Oft sind sie in diesen Momenten über fremde Hilfe dankbar, um den Eingang schneller zu finden. Das Ein- und Aussteigen ist selbstständig möglich. Hilfreich wären Hinweise auf grosse Stufen und wenn Sie die Hand von Betroffenen auf den nächsten Griffhalter legen könnten.

Auto

Nehmen Sie eine sehbehinderte Person mit dem Auto mit, so führen Sie diese beginnend vom Heck des Autos nach vorne zur Einsteigetüre. Die Hand können Sie dann auf den Griffhalter legen und die Person kann die nächsten Schritte selbstständig ausführen. Der sehbehinderte Mitmensch legt die Hand auf den am weitest herausstehenden Punkt des Türrahmens. So wird ein möglicher Aufprall der Türe an ein anderes Objekt mit der Hand abgefedert.

Das An- und Abschnallen des Sicherheitsgurtes kann die sehbehinderte Person dann selbständig ausführen. Prüfen Sie bitte vorher ob der Platz frei ist um keine sich darauf befindlichen Gegenstände zu beschädigen.

Achtung, hier, dort, da

Mit manchen Worten können sehbehinderte Personen nichts anfangen. Beim Wort „Achtung“ schrecken sehbehinderte Personen ohne Grund zurück, obwohl keine Gefahr besteht. Erklären Sie lieber die Situation in einem ruhigen Ton. Die Wörter „hier“, und „dort“ können mit genauen Ortsbezeichnungen ausgetauscht werden.

Jedes Ding an seinen Platz

Nehmen Sie einen Gegenstand von einer sehbehinderten Person in die Hand, so merken Sie sich diesen Platz und legen Sie den Gegenstand danach an den gleichen Ort zurück. Ist dies nicht möglich, so erklären Sie bitte, wohin Sie das Objekt hingelegt haben.

Sehbehinderte Personen brauchen eine gute Ordnung um Dinge wiederzufinden. Räumen Sie bitte nicht ohne Erlaubnis auf. Das kann schnell zu einer grossen Verwirrung werden.

Türen, Schränke oder Geschirrspülmaschinen sollten wenn möglich immer geschlossen sein. Es ist angenehmer und weniger gefährlich, wenn nichts im Weg herumliegt. Spielzeuge, Schuhe oder sonstige Objekte sind schmerzhafte Stolperfallen.

Toilettengang

Muss die sehbehinderte Person auf einem fremden Ort auf die Toilette, so können Sie diese zum Toiletteneingang führen. Natürlich müssen Sie der Person nicht beim „Geschäft  ausführen“ helfen, sondern lediglich den Raum erklären, damit sie sich darin selbständig bewegen können.

Restaurantbesuch

Führen Sie den sehbehinderten an den Stuhl, so können Sie die eine Hand an die Stuhllehne und die andere zur Tischkante führen. Der weitere Vorgang wird von der sehbehinderten Person selbst ausgeführt.

Sehbehinderte Personen mögen es, wenn ihnen Begleitpersonen die Menü- oder Getränkekarte vorlesen. Das Essen auf dem Teller kann nach dem Uhr-Prinzip mitgeteilt werden. Beispielsweise: Auf 12 Uhr liegt das Gemüse und auf 6 Uhr das Fleisch. Falls die sehbehinderte Person das Fleisch nicht selber zerschneiden kann, so kann dies dem Kellner mitgeteilt werden.

Das Bezahlen kann selbständig ausgeführt werden. Dafür gibt es spezielle Geldbeutel. Wenn der Kellner das Wechselgeld nicht auf die Hand legt, schauen Sie als Begleitperson bitte, dass alles Geld genommen wird.

Sprich, damit ich dich sehe!

Wenn man den Raum verlässt oder in den Raum zurückkehrt, so teilt man dies der sehbehinderten Person mit. Selbstgespräche zu halten, in dem Glauben einen Dialog zu führen, ist für sehbehinderte Personen nicht sonderlich interessant.

An Gesichter kann man sich leichter erinnern als an Stimmen. Sagen Sie bitte während der Begrüssung wer Sie sind. So ist es für alle Beteiligten klar und es kommt zu keiner peinlichen Situation.

Auf Blindenführhunde ist Verlass

Bitte stören Sie keinen Blindenführhund bei der Arbeit. Berühren und Füttern Sie den Hund nicht und geben Sie ihm keine Kommandos oder Aufmerksamkeit.

Ist der Hund durch unerwünschte Handlungen von Personen abgelenkt, so kann dies lebensgefährlich werden für die sehbehinderte Person. Nehmen Sie Ihren eigenen Hund an die Leine, sobald Sie eine sehbehinderte Person mit einem Blindenführhund sehen. Sobald das Team ausser Sicht ist, kann dieser wieder ab der Leine gelassen werden.

Ehrlichkeit, Vertrauen und sich mitteilen

Fragt Sie eine sehbehinderte Person um einen Rat, so teilen Sie diesen ehrlich mit. Wenn Betroffene sehende Menschen darauf ansprechen, ob das Kleidungsstück passt, so antworten Sie respektvoll und ehrlich. Die Sehbehinderten sind dankbar über Ihre Meinung.

Blinde Personen sehen die Gestik und Mimik anderer Mitmenschen nicht. Seien Sie so fair und teilen Sie sich mit, wenn Sie ihm/ ihr nicht zuhören oder Sie dieses Thema nicht interessiert. Finden Sie etwas besonders gut, so zeigen Sie dies aber auch.

Meine Augen, deine Augen

Die Augen sind die Hände. Berühren sie ein Objekt mit den Fingern, so schauen sie dieses an. Durch die Berührung entsteht ein inneres Bild. Bitte nehmen Sie ihnen den Gegenstand nicht aus der Hand. Um manche Sachen besser zu verstehen, können Sie ihnen gerne etwas in die Hand geben.

Wenn zum Beispiel der Tisch nach der Butter suchend abgetastet wird, so lassen sie die betroffene Person danach suchen. Helfen Sie nur, wenn sie dafür aufgefordert werden.

Zwischen sehen und nicht sehen

So heisst ein Informationsfilm über einige der häufigsten Sehbehinderungen. Er kann beim Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen SZB in St. Gallen, kostenlos ausgeliehen werden.
Telefon 071 / 223 36 36

Ich bitte um Unterstützung

Um mir eine spätere Behandlung finanzieren zu können, bin ich auf Spenden angewiesen. Werde jetzt mein Gönner und unterstütze mich in meiner Zukunft. Vielen herzlichen Dank für deine Unterstützung. Wenn du magst, kannst du mich gerne für Fragen, Unklarheiten oder Bemerkungen kontaktieren.