Medizinische Behandlungsmethoden

Wie funktioniert die Chemotherapie?

Zytostatika (lat. cyto: Zelle /statik: anhalten) werden bei der Chemotherapie verwendet. Ziel dieser Substanzen ist eine schädliche Wirkung auf kranke oder krankheitsauslösende Zellen. Man versucht das Wachstum von Krebszellen zu verhindern oder die Krebszellen ganz abzutöten. Die Zytostatika (Stoffe) werden in der Regel durch Infusionen oder Spritzen verabreicht. Manchmal aber auch durch Medikamente, Kapseln, Salben oder Zäpfchen.

Das Problem von Zytostatika ist, dass diese kranke von gesunden Zellen nicht unterscheiden kann. Denn die Krebszellen entstehen aus den eigenen Zellen. Eine Eigenschaft von Krebszellen ist, dass sich diese schnell und unkontrolliert vermehren und da setzt man jetzt an. Die Stoffe stören den Prozess, die mit dem Zellwachstum und der Zellteilung in Verbindung stehen. Zytostatika schädigen also nur Zellen, welche sich besonders schnell teilen. Dies ist jetzt aber nicht nur von Krebszellen, sondern auch von Schleimhautzellen oder Haarwurzelzellen der Fall. Dies führt dann zum bekannten Haarausfall oder zu Übelkeit oder Durchfall. Auch die Blutbildung im Knochenmark wird negativ beeinflusst und es können die Nervenbahnen beschädigt werden. Die Beschädigung der Nervenbahnen zeigt sich beispielsweise beim Taubheitsgefühl in den Fingerkuppeln. Durch die Chemotherapie wird man besonders schnell müde und erschöpft. Dies ist auf das Blutarmut zurückzuführen. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind niedriger, was zu fehlendem Sauerstoff führt. Auch werden die Anzahl der Blutplättchen (Thrombozyten) kleiner. Dies hat zur Folge, dass man sehr schnell blaue Flecken (Hämatome) bekommt. Die niedrige Zahl von weissen Blutkörperchen (Leukozyten) hat Auswirkung auf die Immunabwehr. Sobald man Schüttelfrost oder Fieber bekommt, sollte man dringend einen Arzt aufsuchen. Pflegefachfrauen/-männer nehmen Blut ab und man misst die Entzündungswerte. Die Gefahr einer schweren Infektion ist bei einer starken Chemotherapie gross.

Die Zytostatika haben einen Einfluss auf die DNA indem sie sie zum Beispiel verkleben und somit nicht mehr ablesbar oder kopierbar machen. Zu jeder Art von Krebserkrankung gibt es mehr oder weniger passende Zytostatika. Welche Nebenwirkungen ein bestimmtes Zytostatikum hat, ist nicht vorherzusagen da jeder Mensch anders darauf reagiert.

Welchen Einfluss hat die Chemotherapie auf die Blutwerte

Erythrozyten (Rote Blutkörperchen): Die Menge der Erythrozyten nimmt durch die Zytostatika ab, dies führt zu Müdigkeit und Erschöpfung. (Fatigue)

Thrombozyten (Blutplättchen): Durch die Chemotherapie nimmt die Zahl der Thrombozyten ab deshalb nimmt die Neigung zu Hämatomen (Bluterguss) zu.

Leukozyten (weisse Blutkörperchen): Durch das Fehlen der weissen Blutkörperchen wird die Abwehr geschwächte. Man ist anfälliger auf diverse Erkrankungen und muss sich dagegen schützen.

Diese Werte werden ständig kontrolliert und ein Mangel wird allenfalls durch Transfusionen oder Spritzen ersetzt. Helfen sie jetzt kranken Menschen und werden sie Blutspender. Retten sie durch einen kleinen Stich leben.

Wie funktioniert die Strahlentherapie?

Bei der Strahlentherapie werden ionisierte, hochenergetische Strahlen verwendet. Ionisierend bedeutet die Strahlen sind in der Lage Elektronen aus Atomen oder Molekülen zu schlagen. Es bleiben dann Ionen oder Molekülreste zurück. Häufig werden Gamma- oder Röntgenstrahlen verwendet. Seit einigen Jahren bestrahlt man auch mit Protonen, Neutronen oder schweren Ionenstrahlen. Die Strahlung schädigt die Erbsubstanz der Tumorzellen und behindert gewisse Stoffwechselvorgänge. Dazu gibt es eine direkte und indirekte Bestrahlungsweise bei denen die Zellteilung von Tumorzellen verhindert wird oder bestenfalls zur Tötung von Tumorzellen führt. Tumorzellen kann man ausserdem von aussen oder innen (mittels Implantat) bestrahlen.

Bei der Bestrahlung kann das umliegende Gewebe auch zerstört werden. Vielleicht kommt es zu einer Rötung oder einer Schleimhautentzündung und anderen Nebenwirkungen. Bestrahlt man beispielsweise den Kopf, kann es zu Haarausfall kommen. Bestrahlt man den Bauchbereich, kann es zu Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung führen. Die weitaus schlimmeren Nebenwirkungen sind die Spätfolgen. Sie können nach einigen Monaten oder auch Jahren erst auftreten. Häufig handelt es sich um Gefässverengungen und Narbenbildung im Bindegewebe. Es kommt zu Hautverfärbungen, Geschmacksverlust, Knochen- oder Zahnschäden.

Wie funktioniert die Hochdosis Chemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation?

Unter Stammzellen versteht man jene Zellen des Knochenmarks, die sämtliche Blutzellen bilden können. Diese befinden sich beim erwachsenen Menschen vorwiegend im Knochenmark.

Mit einer Hochdosis-Chemotherapie werden diese Stammzellen im Knochenmarkt in ihrer Funktion eingeschränkt, so dass über Monate nur ungenüngend Blutzellen produziert würden. Dies hätte inakzeptable Komplikationen, wie Infektionen oder Blutungen zur Folge. Darum muss vor der Hochdosis-Chemotherapie Stammzellen gesammelt und gelagert werden.

Vor einer hochdosierten Chemotherapie müssen geeignete Stammzellen sichergestellt werden. Man unterscheidet zwischen der autologen oder der allogenen Stammzelltransplantation. Bei der autologen Stammzelltransplantation handelt es sich bei Spender und Empfänger um die gleiche Person. Die Behandlung gliedert sich in zwei Phasen.

1. Phase Stammzell-Mobilisation mit anschliessender Stammzell-Sammlung

Damit die Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut gelangen, spritzt man ein Wachstumsfaktor. Je nach Medikament einmalig oder über mehrere Tag unter die Haut. Sobald sich genügend Stammzellen im Blutkreislauf befinden, kann man mit der Stammzell-Sammlung beginnen.

Stammzell-Sammlung:

Die benötigten Stammzellen werden für die Transplantation mit Hilfe eines Blutzellseparator (Apheresegerät; siehe Bild) aus einer Armvene entnommen. Falls keine guten Armvenen vorhanden sind, wird ein grösserer Venenkatheter entweder in die Leistenvene oder in die Halsvene eingelegt. Somit wird ein genügend grosser Blutfluss gewährleistet. Die Entnahme dauerte bei mir ungefähr 8 Stunden. In dieser Zeit hat man keine grosse Bewegungsmöglichkeit, sprich bettlägerig. Nach erfolgter Stammzell-Sammlung werden die Stammzellen tiefgefroren.

2. Phase Hochdosierte Chemotherapie mit anschliessender autologer Stammzelltransplantation

Die hochdosierte Chemotherapie wird nicht in der Innerschweiz verabreicht. In meinem Fall ging ich nach Bern ins Inselspital. Für die Behandlung werden hochdosierte Zystostatika über mehrere Tage verabreicht. Mit dieser Therapie sollen jene Tumorzellen zerstört werden, die eine vorgängige Chemotherapie überlebt haben.

Vorübergehend können mehr oder weniger ausgeprägte Nebenwirkungen auftreten:

  • Schleimhautentzündung
  • Appetitverlust, Geschmacksveränderungen
  • Durchfall
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Haarausfall
  • Hautreaktionen

Durch die hochdosierte Chemotherapie wird die Blutbildung im Knochenmark gehemmt. Diese Zeit der Knochenmarksdepression wird „Aplasie“ genannt. In der „Aplasie“ hat man vorübergehend zu wenig Blutzellen. Dies führt zur schnelleren Ermüdung, erhöhte Anfälligkeit  für Infektinen, sowie einer erhöhten Blutungsneigung. Der Körper kann sich nicht mehr angemessen gegen Bakterien, Viren und Pilze wehren. Um den Patient vor Infektionen von aussen bestmöglich zu schützen, wird dieser isoliert. In der Isolations-/Aplasiezeit darf der Patient das Zimmer nur mit Mundschutz verlassen. Besucher sind erlaubt, solange sie nicht an Infektionskrankheiten, wie Husten oder Schnupfen leiden.

Die tiefgefrorenen Stammzellen werden aufgetaut und über einen Venenkatheter ein bis zwei Tage nach Beendigung der Hochdosischemotherapie wie eine Bluttransfusion verabreicht. Dies dauert ca. 20 Minuten.

Mein Aufenthalt im Inselspital Bern dauerte insgesamt 5 Wochen. Während dieser Zeit habe ich meiner Onkologien Frau Dr. med. Silvia Hofer eine E-Mail geschrieben. Diese Nachricht können Sie hier lesen.

 

 

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