Ein Kapitel, das bald zu Ende geht

Siril Wallimann/ Juni 24, 2020/ Allgemein/ 5Kommentare

Nach 4 Jahren trenne ich mich von meinem Port, welcher mir im Zuge meiner Krebserkrankung implantiert wurde. Hier einige Fakten über meinen treuen Begleiter:

 

Erste Inbetriebnahme: April 2016
Hersteller: B-Braun

Service Partner: Luzerner Kantonsspital
Serviceintervall: Spülung alle 3 Monate

Entsorgung: Fachmännische Entfernung & Entsorgung im Juni 2020
Entfernungsgrund: Verstopfung an der Vene

Zurück auf Anfang – warum wurde mir überhaupt der Port implantiert? Die erste Chemotherapie wurde über die Arm-Venen verabreicht – dies kam so lange gut, bis sich mein Körper in Form einer Venenvergiftung bemerkbar gemacht hat. Der Port, der oberhalb des rechten Brustkorbes implantiert wurde, diente dann im weiteren Verlauf meiner Behandlung dazu, einen schonenderen Weg zu meinen Venen zu legen.

https://www.arterienundvenen.ch

Über den Port wurden während meiner Behandlungszeit sämtliche Infusionen und Chemotherapien in meinen Körper injiziert. Dadurch wurden die Arm-Venen geschont und erleichterte dem Pflegepersonal die mühsame suche nach einer passenden Vene.

Bei einer Routine Spülung Ende 2018 stellte man fest, dass der Port zwar noch spülbar war, das Blut aber nicht mehr durch das Venflon zurückfloss. Ein Jahr später kam erschwerend dazu, dass auch die Spülung nicht mehr schmerzfrei funktionierte. Aus diesem Grund entschieden wir uns, das Implantat operativ zu entfernen.

Die Operation – Meilenstein

Die Entfernung des Ports ist für das Ärztepersonal des Luzerner Kantonsspital ein «Standardeingriff». Wie für viele andere Untersuchungen und Operationen musste ich nüchtern sein und durfte 6 Stunden vorher nichts essen. Trinken war bis eine Stunde vor dem Eingriff erlaubt – jedoch nur stilles Wasser.

Vor der Operation wurde ich an ein EKG angeschlossen und das Pflegepersonal kontrollierte die Sauerstoffsättigung sowie den Blutdruck. Im Operationssaal angekommen ging alles sehr schnell. Sämtliche Ärzte und Operationsassistenten versammelten sich im Raum. Die Narkosespezialistin verabreichte mir über den gelegten Venenzugang an der Hand das Mittel zur Teilnarkose.

Die Chirurgin sprach mit mir noch kurz vor dem Eingriff und ich konnte im Hintergrund noch den Klängen eines Liedes im Radio zuhören. Innert wenigen Minuten schlief ich ein und die Ärzte starteten mit der Entfernung des Ports… erst beim Zunähen der Wunde wachte ich aus dem Dämmerschlaf wieder auf und wurde wenig später bereits in den Aufwachraum geschoben.

Direkt nach der Operation merkte ich bereits, dass an mir herumgeschnipselt wurde. Ich fühlte mich sehr schwach und musste aufgrund der blutenden Wunde noch mit einem Eisbeutel und Sandsack versorgt werden. Eine Stunde später wurde ich jedoch bereits wieder für die Heimreise vorbereitet und entlassen.

Ein Kapitel, das bald zu Ende geht

Es freut mich sehr, dass ich nun für den Teil «Krebserkrankung» einen weiteren Meilenstein erreicht habe. In einem Jahr sind fünf Jahre seit meiner Erkrankung vergangen – meine Untersuchungen zeigen derzeit nur positives und bestätigen mein Gefühl, dass es mir gesundheitlich gut geht. Dies ist für mich ein unglaublich dankbares Geschenk!

Eine Krebserkrankung kann trotz abgeschlossener Behandlung zu beschwerten Bedingungen im Alltag führen. Seit einigen Monaten kämpfe ich mit der krebsinduzierten Müdigkeit. Daher habe ich mich dazu entschlossen, mir diesen Sommer die Zeit zu nehmen, mit in einer dafür ausgelegten Kurklinik zu erholen/behandeln.

Du möchtest mehr über den Umgang mit dem Port erfahren oder hast Themenvorschläge für einen neuen Blog? Schreib mir einen Kommentar oder eine Nachricht auf siril@siril-wallimann.ch. Ich freue mich.

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5 Kommentare

  1. Ich ha so stolz uf dich!wieder so!hend dich gern!

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  2. Gratuliere Dir von Herzen zu diesem Meilenstein und wünsche Dir eine wunderbare Erholung bei der Kur!

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  3. Bin sooo stolz uf dich! 😘

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  4. Ich gratuliere dir zu diesem weiteren grossen Schritt auf deinem anspruchsvollen Weg, den du so positiv in Angriff nimmst. Du bist eine starke Kämpferin!

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  5. Wieder einen Schritt voran…soooo gut!
    Du bist und bleibst „das“ super Girl – herzlichen Glückwunsch und dass es immer so positiv weiter geht!

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